Suchtprävention


Grundverständnis

Suchtprävention oder Suchtvorbeugung will Menschen durch unterschiedliche Maßnahmen soweit stärken, dass sie gar nicht erst süchtig werden. In der Vergangenheit hat man versucht durch möglichst drastische Darstellung der Folgen von Sucht die Menschen (insbesondere Jugendliche) soweit abzuschrecken, dass diese aus Angst vor den Folgen am besten nie anfangen zu konsumieren.

Präventionsveranstaltungen zeichneten sich durch möglichst häufigen erhobenen pädagogischen Zeigefinger und der Botschaft „ihr dürft/sollt nicht….“. Ich selbst durfte einer derartigen Veranstaltung in meiner Jugendzeit beiwohnen. Mit dem Resultat dass ich im Anschluss daran meine erste Zigarette rauchte. Unter anderem aus Protest, weil mir jugendlichem Rebell ein fremder Mensch sagte was ich zu lassen habe.
Die Präventionsforschung hat bereits seit Jahrzehnten belegt, dass diese Art der Prävention unwirksam ist.

Denn die Ursachen von Konsum und Sucht sind vielschichtig wie das Modell des Suchtdreiecks sehr anschaulich darstellt:

Quelle: Kielholz und Ladewig, 1973Quelle: Kielholz und Ladewig, 1973

Demnach sind Faktoren aus der Person beteiligt wie beispielsweise geringes Selbstbewusstsein, schlechter Umgang mit Emotionen, Vorerkrankungen, wenig Ideen der Freizeitgestaltung und sinnhafter Beschäftigung. Gründe aus der Umwelt die zur Sucht beitragen sind die gängige Kultur einer Gesellschaft von der Gesamtgesellschaft bis hin zu der Kernfamilie, der Freundeskreis, die Schule, der Wohnort, der Sportverein o.ä. Dazu zählt auch, wie das Image des Suchtmittels kulturell geprägt ist, ebenso wie mediale Vorbilder etc.

Eigenschaften des Suchtmittels sind u.a. die Wirkung, die Nebenwirkungen, die Konsumform, die Dosis und Häufigkeit sowie das Suchtpotential. Also wie schnell stellen sich Entzugserscheinungen (körperlich wie psychisch) ein. Der Mythos der Superdroge, die beim ersten Konsum süchtig macht hält sich wacker in der Medienlandschaft, letztlich sind aber immer alle drei Ecken an der Suchtentwicklung beteiligt. Auch der Preis und die Verfügbarkeit sind Eigenschaften des Suchtmittels, die natürlich auch durch die Umwelt mit geprägt sind.
Prävention muss demnach auf allen Ebenen ansetzen. Gesellschaftlich durch Information sowie Kulturwandel wie er bei der Einführung eines Rauchverbots in Gaststätten deutlich wurde.

Einschränkungen der Verfügbarkeit haben erwiesenermaßen einen positiven Effekt, es wird weniger konsumiert. Auf der Personebene kann durch Maßnahmen wie Fortbildungen, Workshops und Vorträge ein Impuls gesetzt werden um gute Möglichkeiten zur Emotionsregulation zu vermitteln sowie sich seinen eigenen Konsum bewusst zu machen.

 


Übertragen auf den Kontext der Arbeitswelt bedeutet dies:

  • Umwelt: Der Arbeitgeber kann in hohem Maße beeinflussen wie gesundheitsförderlich oder krankmachend der Arbeitsplatz ist, beispielsweise durch Betriebsvereinbarungen in denen der Alkohol-, Tabak- oder Medienkonsum geregelt ist, Bereitstellung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung wie Fortbildungen für Führungskräfte, Risikobewertungen für psychische Erkrankungen mit entsprechenden Gegenmaßnahmen u.v.m.Auch die Unternehmenskultur spielt eine wesentliche Rolle, zu der u.a. der Umgang miteinander und das Führungsverhalten gehört. Im Rahmen meiner Firma der „Betrieblichen Suchtprävention Miehle GmbH“ arbeite ich beispielsweise mit Führungskräften, da diese einerseits wesentliche Multiplikatoren in der Früherkennung von Sucht bei MitarbeiterInnen sind, gleichzeitig Statistiken zufolge ein erhöhtes Risiko tragen, selbst eine Sucht zu entwickeln. Führungskräftetrainings wirken also auf der Ebene Person und Umwelt zugleich.
  • Person: Stellt der Arbeitgeber die genannten Fortbildungen zur Verfügung, können diese auf der Personenebene Wirkung zeigen. Mitarbeiter, die ihren eigenen Konsum reflektieren und möglicherweise auch Alternativen zur Stressbewältigung und zur Freizeitgestaltung kennenlernen sind dann besser gegen Sucht geschützt. Auch das Kennenlernen von Hilfemaßnahmen und die Motivation, diese frühzeitig aufzusuchen kann ein wesentlicher Schutzfaktor sein, damit die Problematik sich nicht so verschärft, dass es zu einem Totalausfall kommt.
  • Suchtmittel: Kann ein Unternehmen sich nicht auf ein vollständiges Alkoholverbot einigen, wären auf dieser Ebene die möglichen Maßnahmen die Verfügbarkeit sehr deutlich einzuschränken und die Preisgestaltung eher unattraktiv zu gestalten.

 


Strategien

Zur Maximierung der Effektivität von Präventionsbemühungen empfiehlt sich eine kombinierte Strategie. Vielfach werden die Kosten zur Installation von betrieblicher Suchtprävention gescheut. Jedoch sind die Kosten für Arbeitsausfälle, Produktivitätsverluste sowie Arbeitsunfälle beachtlich. Laut einer Studie der DHS aus dem Jahre 2013 zahlt sich jeder Euro, der in Suchtprävention investiert wird mit dem Faktor 2,2 wieder aus.

Häufig wird die Relevanz von Suchtprävention erst dann wahrgenommen, wenn es zu Vorfällen (Unfällen, Ausfällen, etc.) kommt. Je drastischer der Vorfall, desto größer erfahrungsgemäß die Dringlichkeit. Damit sind häufig allerdings schon immense Schäden (menschlich wie wirtschaftlich) verbunden. Es empfiehlt sich also die frühzeitige Investition in Suchtprävention auf mehreren Ebenen als kombinierte Strategie.

Für weitere Fragen zur betrieblichen Suchtprävention und deren Möglichkeiten stehe ich gerne zur Verfügung. Kontaktdaten und Informationen zum Angebot der Betrieblichen Suchtprävention Miehle GmbH finden Sie unter www.suchtpraevention-miehle.de.

Betriebliche Suchtprävention Miehle GmbH | Geschäftsführender Gesellschafter - Patrick Durner

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